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Samstag, 21.04.2018

Wie hilft die Pflegeversicherung?

Reiner Wissel, Projektleiter vom Netzwerk Demenz Mainz-Bingen, antwortet im Rahmen eines Kurz-Interviews auf wichtige Fragen zu Leistungen der Pflegeversicherung bei Demenzerkrankung.

Frage : Herr Wissel, Sie sind Projektleiter des Netzwerks Demenz Mainz-Bingen. Wie können Sie Demenz-Erkrankte und deren Angehörige unterstützen?

Reiner Wissel: Wir führen Informationsveranstaltungen zum Thema Demenz und Pflege durch. Darüber hinaus beraten wir pflegende Angehörige in Einzelgesprächen. Außerdem ist es unser Anliegen, ein Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern für die Betreuung von Demenz-Erkrankten daheim aufzubauen, um so insgesamt gesehen die Versorgungsstrukturen auf diesem Gebiet zu stärken.

Frage: Welche Leistungen übernimmt die Pflegekasse in der Regel für Demenz-Erkrankte?

Wissel: Es gibt zusätzliche Gelder für besondere Sachleistungen im Rahmen der so genannten niederschwelligen Betreuungsangebote. Das sind 1.200 Euro beziehungsweise 2.400 Euro pro Jahr – zusätzlich zu den Leistungen im Rahmen einer Pflegestufe. Das Geld dient dazu, Demenz-Erkrankten eine zusätzliche Betreuung zu ermöglichen, um die Angehörigen zu entlasten. Dabei kann eine ehrenamtliche Pflege, eine Tages- oder Kurzzeitpflege oder ein professioneller Pflegedienst in Anspruch genommen werden.

Frage: Die Demenz-Erkrankung ist ein schleichender Prozess. Wann kann man für einen Angehörigen eine Pflegestufe beantragen?

Wissel: Wenn ein Erkrankter in der Alltagsroutine eingeschränkt ist, besteht Anspruch auf eine Pflegestufe. Zur Grundpflege gehören die Bereiche Ernährung, Körperpflege und Mobilität. Wenn der Pflegebedarf unter 45 Minuten liegt, greift die so genannte Pflegestufe Null, die ausschließlich Demenz-Patienten vorbehalten ist. Bei der Pflegestufe 1 und 2 erhalten Demenz-Erkranke im Übrigen erhöhte Leistungen, bei Pflegestufe 3 sind es die gleichen Leistungen wie bei anderen Pflegebedürftigen. In der Pflegestufe 1 sind 305 Euro Pflegegeld für die Angehörigen alternativ 625 Euro als Pflegesachleistung zum Beispiel für einen Pflegedienst bestimmt. Bei Pflegestufe 2 sind es 525 Euro Pflegegeld beziehungsweise 1.250 Euro als Pflegesachleistung. Das Pflegegeld bei Pflegestufe 3 beläuft sich auf 700 Euro, als Sachleistung stehen1.550 Euro, in Härtefällen sogar 1.918 Euro, zur Verfügung.

Kontakt.

Netzwerk Demenz Mainz-Bingen

und Gemeinnützige Gesellschaft für ambulante
und stationäre Altenhilfe (GFA) mbH/
Kompetenzzentrum Nieder-Olm

Herr Reiner Wissel
Pariser Straße 104
55268 Nieder-Olm
Tel.: 06136 766 46 70
Fax: 06136 766 46 72
E-Mail: reiner.wissel(at)gfambh(dot)com