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WAS IST STOMA?

Der Begriff Stoma kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Mund“ oder „Öffnung“. Aus medizinischer Sicht ist damit eine Verbindung von einem Hohlorgan zur Haut gemeint. Dies kann ein künstlich geschaffener Darmausgang, eine künstlich geschaffene Möglichkeit Urin abzuführen, oder eine künstlich geschaffene Verbindung der Luftröhre nach außen sein. Ein Stoma kann vorübergehend oder permanent angelegt werden. Häufige Ursachen für die Anlage eines Stomas können Darmkrebs, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Blasenkrebs, Kehlkopfkrebs, Verätzungen/ Verbrennungen der Luftröhre aber auch ein Schlaganfall und verschiedene neurologische Erkrankungen bis hin zur COPD sein.


 

WELCHE STOMA-ARTEN GIBT ES?


 
Enterostoma :
Ein Enterostoma ist ein künstlicher Darmausgang, welcher auch als Anus Praeter bezeichnet wird. Abhängig davon, ob es sich dabei um einen künstlichen Ausgang des Dickdarmes (Kolon) oder Dünndarmes (Ileum) handelt, unterscheidet man hier das Colostoma(2) und Ileostoma(3).
Urostoma :
Ein Urostoma ist ein chirugisch herbeigeführter, künstlicher Blasenausgang. Urostoma können sowohl permanent als auch nur vorübergehend angelegt werden.
Tracheostoma :
Ein Tracheostoma ist eine künstlich geschaffene Verbindung der Luftröhre nach außen. Schon die alten Ägypter kannten bereits das Tracheostoma vor über 4000 Jahren und damit ist es einer der ältesten Eingriffe der chirurgischen Medizin.

 

WIE WIRD ES ANGELEGT?

Das Anlegen eines Stomas erfolgt immer durch einen operativen Eingriff.

  • Alle Enterostoma-Arten haben gemeinsam, dass der Darm mit einer künstlich geschaffenen Öffnung in der Bauchdecke verbunden wird. Über diesen Ausgang gelangt der Stuhl in einen speziellen Stomabeutel. Diese speziellen Beutel werden um die Hautöffung mit speziellen Haftkleber fixiert und sind vollig dicht.

  • Ein Urostoma kann auf verschiedene Arten angelegt werden:

    • Bei dem Conduit werden die Harnleiter mit einem stillgelegten Stück Darm verbunden. Das eine Ende dieses Darmabschnittes wird verschlossen. Das andere Ende mündet dann in der Bauchdecke, von dort aus wird der Harn nach außen in einen Urostomiebeutel abgeleitet.

    • Bei einer Harnleiter-Haut-Fistel münden die beiden Harnleiter hingegen direkt in eine künstlich geschaffene Öffnung in der Bauchdecke. Hier wird der kontinuierlich abgeleitete Harn auch in einem Beutelsystem aufgefangen. 

    • Der sogenannte Pouch ist eine Form des Urostomas, hier wird aus Darmanteilen in der Bauchhöhle ein katheterisierbarer Blasenersatz geschaffen.

  • Ein Tracheostoma kann, abhängig von der geplanten Verweildauer, unterschiedlich angebracht werden. Wenn der Zugang zur Luftröhre nur temporär geplant ist, beispielsweise zur Beatmung eines Patienten auf der Intensivstation, wird die Luftröhre von außen mit Hilfe einer Hohlnadel punktiert. Soll das Tracheostoma permantent angelegt werden, wird die Luftröhre in einer Operation freigelegt, eröffnet und ein Trachealtubus wird eingelegt.


     

 

WANN WIRD EIN STOMA ANGELEGT?

 


Ein Stoma wird immer dann angelegt, wenn die Funktionen der betreffenden Organe gestört sind:

  • Ein Enterostoma kann nötig werden, um nach einer komplizierten Darm-OP, zum Beispiel bei der Entfernung eines Dick- oder Dünndarmtumors die empfindlichen Nähte zu schonen beziehungsweise zu schützen. 
  • Ein Urostoma wird notwendig, wenn der normale Weg zur Harnausscheidung gestört ist. Gründe hierfür können angeborene Fehlbildungen, eine Verengung (Stenose) der Harnwege, Nervenschädigungen oder Folgen einer Strahlentherapie sein. Ein Urostoma ist auch erforderlich, wenn die Harnblase aufgrund von Blasenkrebs, oder auch Harnblasenkarzinom vollständig entfernt werden muss.
  • Ein Tracheostoma wird notwendig, um die Atmung zu ermöglichen. Das kann vorübergehend in Notsituationen der Fall sein, um den Patienten beatmen zu können, oder auch dauerhaft, wenn beispielsweise der Kehlkopf aufgrund einer Krebserkrankung entfernt werden musste.


     

 

WIE WIRD EIN STOMA VERSORGT?


Hier gilt es zu beachten, ob es sich bei Ihrer Stoma-Versorgung um ein Einteiliges- oder Zweiteiliges System handelt.

Einteiliges System:

Bei diesem System sind Hautschutz und Beutel zu einer praktischen Einheit kombiniert. Bei einem Wechsel wird immer das komplette System ausgetauscht. Der Wechselintervall beträgt hier ein bis dreimal am Tag.

Zweiteiliges System:

Ein zweiteiliges System besteht aus einem separaten Hautschutz und einem Beutel. Beide Teile werden über einen Rastring miteinander verbunden. Zum Wechseln muss nur der Beutel entleert oder ausgetauscht werden. Die Hautschutzplatte kann einige Tage auf der Haut verbleiben. Der Wechselintervall liegt bei diesem System bei einmal am Tag.

Das Wechseln selbst :

 

  • Es sollten alle benötigten Utensilien bereit liegen.
  • Die gebrauchte und entleerte Versorgung wird in den bereit gelegten Müllbeutel entsorgt.
  • Die Haut muss von Stuhlresten und gegebenenfalls Resten der Hautschutzplatte gereinigt werden. Hierzu benutzt man ein weiches, nicht fusselndes, leicht feuchtes Tuch, mit dem man vorsichtig von außen nach innen wischt.
  • Haut trocknen lassen
  • Nun die neue Stomaversorgung von unten nach oben anbringen.
  • Die Haut unter der Hautplatte (bei zweiteiligen Systemen) sollte glatt und faltenfrei sein.

 

  • Träger eines ständigen Colostomas haben auch die Möglichkeit, den Darm mittels regelmäßiger Spühlungen, alle ein bis zwei Tage, zu entleeren. Durch dieses Verfahren (Irrigation) sind die Träger dann ein bis zwei Tage stuhlgangfrei. In dieser Zeit wird der Stoma mit einer Kappe oder einem Minibeutel verschlossen. Ein ständiges Tragen eines Stomabeutels entfällt hier.

 

  • Die Haut um das Stoma sollte nur mit speziellen, für die Stomaversorgung geeigneten Produkten gepflegt werden. Hier ist auch darauf zu achten, dass die Produkte fettfrei sind, da sonst die Haftung der Stomaversorgung beeinträchtigt wird.

 

 


WIE SIEHT EIN LEBEN MIT STOMA AUS?


Natürlich ist es für Patientinnen und Patienten zuerst ein Schock, wenn Sie erfahren, dass bei ihnen ein Stoma angelegt werden muss. Doch sie werden in der Regel nicht mit Ihren Ängsten und Sorgen allein gelassen! Der behandelnde Arzt wird betroffene ausführlich über die Operation und die Zeit nach der OP aufklären. Ihr Stomatherapeut/ Ihre Stomatherapeutin kann Sie mit fundiertem Wissen und reichhaltiger Erfahrung an die Hand nehmen und Sie in dieser neuen, ungewohnten Situation in allen Lebensbereichen unterstützen. Ob Urlaub mit Strand und Wasser, Sport, Beruf oder das Privatleben mit dem Partner, aber auch bei Fragen, ob Sie noch alle Lebensmittel verzehren dürfen wie vor der Stoma-OP, oder welchen Pflegegrad Sie als Stoma-Patient erhalten. Ihr Stoma-Therapeut/ Ihre Stoma-Therapeutin sollte immer ein offenes Ohr für Sie haben. Das Ziel ist es, Ihnen als Patient/ Patientin, oder Ihren Angehörigen das selbstständige Versorgen ihres Stomas beizubringen und Ihnen die Angst zu nehmen.

Gerne beraten wir Sie bei der Wahl der richtigen Produkte in einem persönlichen Gespräch in einer unserer Filialen!